Jahresbericht 2014

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Jahresbericht 2014

 

Satzung und Gremien

Für den Stiftungszweck und die Zielsetzungen der Stiftung gilt die Satzung in der Form vom 11. November 2011, hinterlegt auf der Webseite der Stiftung.

 

Vorstand der Stiftung sind:

Schwester Hatune Dogan

Naim Aktürk (Pater Gabriel)

Julia Demir

 

Kuratorium der Stiftung sind:

Hedye Cicek

Friedhelm Massmann

Dirk Meiser

Michael Stickeln

Dr. Bernd Wilcke

Walter Strümper (Ehrenmitglied)

 

Stiftungsstruktur

Deutschland: Schwester Hatune Stiftung – Helfende Hände für die Armen, Neuer Weg 2, 34414 Warburg, rechtsfähige Stiftung, gegr. und registriert 2012.

Indien: Sister Hatune Foundation – Helping Hands to the Poor, Ramankary, Distrikt Alappuzha, Bundesstaat Kerala, rechtsfähige Stiftung, gegr. 2005.

Schweden: Hatune Foundation International, 27575 Lövestad, als wohltätige Stiftung registriert, von der Hatune Stiftung rechtlich unabhängig, gegründet 2015

USA: Hatune Foundation International, 78736 Austin, Texas, als wohltätige Stiftung registriert, mit Anerkennung des Status 501c3, von der Hatune Stiftung rechtlich unabhängig, gegründet 2015

 

Fördervereine

Deutschland: Verdi Demir, Paderborn, nicht registriert

Belgien, Patrick Tomas, Molenbek Saint Jean- Brüssel, registriert

Indien: Commander T.O. Aleyas, Thiruvalla, Kerala, registriert

Irland: Miriam Beattee, Eskdale, Delgany, registriert

Österreich, Doris Luser- Chouker, Pillichsdorf

UAE, David Salomon, Dubai, und Jobi Thomas Joshua, Dubai, beide registriert

USA: Matthew Akdemir, New York, NY, registriert

Guatemala, Bischof Yaqub Eduardo Oestmann, Sacatepéquez, nicht registriert

Australien, Nagey Kastoun, Edgecliff, NSW, und Sam Safo , Sydney, NSW; beide nicht registr.

 

Partnervereine vor Ort zur Hilfe: Name: „Helfende Hände für die Armen“

Ägypten, Kairo- Al Mokattam (3 Gr.), Wadi Natroun Anafora, Menia, Al Qusseiah, Alexandria Libanon: Beirut.

Irak: Baghdad, Dohuk, Khanek.

Jordanien: Amman.

Syrien: Qamishli, Al-Hasaka, Aleppo.

Türkei: Istanbul,  Mardin, Midyat.

 

Organisationen der Zusammenarbeit

Verein Helfende Hände für die Armen e.V, Paderborn, „Vorläufer“ der Stiftung, gegründet 1991, registriert 2005

Ezdan Humanity Organisation, Dohuk/Baghdad, Arbeit bei der IS- Gefangen-befreiung

Lions-Club India, unterstützen, zahlen z.B. Miete für vier Berufsschulen

 

Projektländer, mit Partnerorganisationen vor Ort = PO

Ägypten (PO), Äthiopien (PO), Eritrea, Kenia, Sudan, Togo, Uganda, Zimbabwe

Irak (PO), Jordanien (PO), Libanon (PO), Syrien (PO), Türkei (PO)

Indien (PO), China, Nepal (PO), Sri Lanka (PO)

Guatemala (PO), Mexiko

 

Geberländer, mit Hilfsvereinen dort

Deutschland, Belgien, Irland, Österreich, Schweden

Indien, USA, Guatemala, Vereinigte Arabische Emirate, Australien

 

Schwerpunkte der Stiftungsarbeit 2014:

Im Jahr 2014 verstärkte sich die Krise im Nahen Osten, insbesondere in den Kriegsländern Irak und Syrien, sowie der Nachbarländer, wohin die Menschen flohen. Schwester Hatune reiste insgesamt sechmal in den Nahen Osten, um den Menschen vor Ort mit Geld, Medizin, Kleidung und Nahrung zu helfen. Mit dem Netzwerk von Partnervereinen vor Ort – je drei in Irak, Syrien und Türkei – brachte sie Hilfe zu tausenden Menschen.

Am 3. August ereignete sich das Massaker im Schingalgebirge, Nordirak. Danach wurde diese Region zu einem Zentrum der Hilfe. Zehntausende Menschen, zum größten Teil Jesiden, lebten ohne jegliche Hilfe und ungeschützt in der Wildnis der Berge. Im Herbst begannen auch schon die ersten Versuche der Rettungen von als Sexsklavinnen durch die ISIS- Terormiliz gefangenen Mädchen und Frauen.

Ein Höhepunkt der Hilfsarbeit war die „Überlebensaktion – warme Decken für die Menschen im Schingal-Gebirge, Nordirak“. 17.141 Decken konnten verteilt werden.

Die Projekte in den anderen Ländern liefen selbstständig weiter und finanzieren sich hauptsächlich auch aus Spenden von dort. Indien war hier wieder der größte Schwerpunkt, Schwester Hatune war 2014 auf zwei Reisen insgesamt sechs Wochen in Indien, um die vielen Projekte, z.B. allein 23 Berufsschulen, zu pflegen.

 

Situation in Warburg- Rimbeck:

Im November2013 erhielt die Stiftung die Zusage der Bezirksregierung über die Renovierung der Außenfassade des Stiftungshauses Neuer Weg 2, dem Haus Maria. Diese dauerte das gesamte Jahr 2014 und war sehr teuer. Der Denkmalschutz hatte besondere Auflagen bezüglich der Fenster, was den Bau auch erheblich verzögerte. Die Arbeiten werden bis ins Jahr 2015 andauern.

Schwester Hatune und Pater Gabriel halfen im Jahr 2014 vielfach beim Übersetzen für Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten, die nun in nahegelegenen Heimen wohnen. Sie lösten Fragen um Herkunft, Familie und Aufenthalt.

Finanzielle Lage

Die Rechnungslegung für das Jahr 2014 wurde durch das Ehrenmitglied des Kuratoriums, Herrn Walter Strümper, eingereicht; die Gewinnermittlung erfolgte durch das Steuerbüro Dr. Agethen in Paderborn. Das Büro hat keine Plausibilitätsprüfung vorgenommen, dies war nicht Teil des Auftrages.

Das Spendenaufkommen war im Jahr 2014 deutlich höher als zuvor. Finanziell kann man von einem Jahr des Durchbruches sprechen. 74.274,88€ in 2014 gegenüber 16.835,10€ im Jahr 2013. In jenem Jahr wurden die Projekte mit 39.635,72€ aus dem Verein Schwester Hatune – Helfende Hände für die Armen e.V. querfinanziert. Die Gesamtbetriebseinnahmen stiegen von 56.470,82€ in 2013 auf 78.824,39 in 2014. Darin enthalten ist ein Zuschuss der Landwirtschaftskammer NRW von 19.589,19€.

Die Kosten für Projekte im Ausland belaufen sich auf 55.570,78€, gegenüber 14.500,00 in 2013. Die Stiftung erzielte einen betrieblichen Verlust 25.829,10€

Finanziell lag im Jahr 2014 der Schwerpunkt erstmals vermehrt im Nahen Osten. Die Kosten für die Renovierung des Haus Maria wurden nicht aus Stiftungsgeldern bezahlt. Schwester Hatune nahm dafür einen Privatkredit auf. Die Projekte in den anderen Ländern tragen sich selbst. Der Großteil der Hilfsprojekte wurde aus Geldern der Vereine Schwester Hatune – Helfende Hände für die Armen vor Ort bestritten. Dort werden die Spenden gesammelt, dort werden sie ausgegeben. Der o.g. Betrag von 55.570,78€ für Notleidende ist der Anteil aus dem deutschen Stiftungsspendenkonto.

Zur Illustration ein Beispiel: Bei der Überlebensaktion 2014/15 „Warme Decken für die Menschen im Schingalgebirge wurden 17.141 Decken zum Preis von 18US$/Decke verteilt. Die Stiftung unterhält drei Partnervereine im Irak, diese verteilten Decken im Wert von über 308.000$.

Die detaillierte Rechnungslegung kann auf Wunsch bei der Stiftung in Warburg-Rimbeck eingesehen werden.

 

Personelle Situation

Die Stiftung beschäftigt weiterhin keine bezahlten Mitarbeiter, nur ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Stiftung hat keinerlei Kooperation mit Firmen oder Organisationen, geldwert oder anderweitig. Die Stiftung beschäftigt weiterhin keine externen Dienstleister.

Im Stiftungshaus wohnen seit Juli drei Mädchen aus Syrien, die Mitglieder des Konventes Haus Maria werden wollen. Die Stiftung hat eine persönliche Verpflichtung für diese Mädchen gegenüber den deutschen Behörden übernommen, die drei Jahre dauert. Die Mädchen erhalten Sprachkurse und helfen im Alltag der Stiftungsarbeit und bei Veranstaltungen der Stiftung mit.

Über das Jahr hat die Stiftung zahlreiche Menschen kommen und gehen sehen, alles Flüchtlinge, aus Irak, Syrien, Ägypten, Libanon, Türkei. Sie kamen für einige Stunden zu Besuch, oder sie blieben länger, wohnten teilweise Wochen, sogar Monate im Haus Maria. Ihnen konnte immer schnell geholfen werden, bei der Suche nach Wohnung und Arbeit, bei ihren Behördenangelegenheiten, bei Besuchen beim Arzt, bei Problemen in ihren Flüchtlingsheimen, bei der Suche nach Familienangehörigen in der Heimat.

 

Publizität und mediale Präsenz

Schwester Hatune hielt 2014 insgesamt 29 Referate vor ganz unterschiedlichen Gruppen, im In- und Ausland. Immer war ihre Erfahrung, ihre Berichte aus der Arbeit vor Ort gefragt. Die Themen waren oft Verfolgung religiöser Minderheiten, der Krieg im Nahen Osten, ihre persönliche Flüchtlingsgeschichte. Schwester Hatune bekam für ihre direkten Aussagen über den Krieg und die Religionskonflikte oft harsche Kritik. Die Ereignisse im Schingal-Gebirge brachten aber eine Wende, danach wurde überall über die von ihr angesprochenen Themen zumindest diskutiert.

Schwester Hatune reiste 2014 dreimal in die USA. Dort hielt sie zahlreiche Vorträge bei kirchlichen Gruppen und Menschenrechtsorganisationen. Die Reaktionen waren überall sehr positiv. Ziel der Reise war es auch Kontakt zu gleichgesinnten Gruppen und wohlhabenden Spendern dort herzustellen.

Die Nachfragen der Presse nach Interviews – Fernsehen, Radio, Zeitungen – nahm deutlich zu. Auf politischer Ebene ergaben sich intensive Gespräche mit Manfred Müller (Landrat Paderborn), Ute Granold (Landesparlament Rheinland-Pfalz), Volker Kauder (CDU-Fraktion Bundestag) und Elmar Brok (EU- Parlament).

Im Juni trat Hans Erling Jensen an Schwester Hatune mit der Idee heran, die Arbeit der Stiftung zu internationalisieren. Es entstand die Hatune Foundation international, ein rechtlich selbstständiger Zweig der Stiftung, mit Sitz in Lövestad, Schweden. Später entstand ein weiterer Zweig in Texas, USA. Ziel dieser Gründungen war es, die Bekanntheit der Stiftung und damit die Spendeneinnahmen zu vergrößern.

Ende 2014 begann Hans Erling Jensen mit einem Neustart des Webauftrittes der Stiftung. Die alte Webadresse www.hatune.de wurde stillgelegt und ein internationaler Webauftritt in mehreren Sprachen, unter dem Namen hatunefoundation.com, konzipiert.

Jensen brachte auch die Idee eines Dokumentarfilmprojektes ein, die Arbeit von Schwester Hatune für Arme und Verfolgte darzustellen. Dessen Sohn arbeitet beim englischen Fernsehen und wollte sich um eine Verwirklichung dieses Projektes kümmern.

Besonderes, Probleme:

Der Tod ihres Vaters am 05. Juli hat die Stiftungsarbeit für Schwester Hatune dieses Jahr unterbrochen. Schon davor hatte sie sich intensiv gekümmert, er verbrachte seine letzten Wochen im Haus Maria. In der Trauerzeit wurde sie auch krank.

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